Wann kommt eine Teilprothese („halbe“ Knieprothese) infrage?
Das Knie ist bei Arthrose mit Abstand am häufigsten betroffen, gefolgt von der Hüfte. Arthrose bezeichnet degenerative Veränderungen im Gelenk durch altersbedingten Verschleiß. Auch Erkrankungen wie Gicht, rheumatoide Arthritis, Psoriasis oder Diabetes können den Gelenkverschleiß begünstigen.
Ohne weitere Grunderkrankung können sich ab etwa dem 60. Lebensjahr erste arthrotische Veränderungen zeigen. Im ersten von vier Stadien bestehen oft keine Beschwerden, eventuell ist beim Bergabgehen ein Knacken zu spüren. Dieses Stadium ist meist nur im Röntgenbild erkennbar. Im vierten Stadium ist der Knorpel vollständig abgenutzt, sodass Knochen auf Knochen trifft. Häufig bestehen eine sichtbare Fehlstellung, eine anhaltende Schwellung und starke Belastungsschmerzen. Dann gilt der vollständige Kniegelenkersatz als etablierte Behandlungsoption. Bei einem erfahrenen Operateur wie Dr. Alf Neuhaus dauert der Eingriff etwa 75 Minuten; in der Regel kann das Gelenk früh belastet und das Krankenhaus nach zwei bis drei Tagen verlassen werden.
Manchmal tritt die Arthrose bereits in jüngeren Jahren auf, beispielsweise nach einem Unfall, aufgrund einer Grunderkrankung oder durch langjährig ausgeübten belastungsintensiven Sport. Häufig ist dann nur der innere oder äußere Anteil des Kniegelenks deutlich verschlissen, während die übrigen Bereiche noch gut erhalten sind. Zunächst werden gezielte Kräftigungsübungen, eine Verringerung hoher Stoßbelastungen und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Auch Injektionen mit Kortison oder Hyaluronsäure können erwogen werden. Wenn diese Maßnahmen nicht mehr ausreichend helfen, kann eine unikondyläre, also „halbe“, Knieprothese infrage kommen. Sie ersetzt nur die geschädigte Gelenkfläche. Krankenhausaufenthalt und Erholungszeit ähneln denen einer Totalprothese. Die durchschnittliche Haltbarkeit liegt je nach Aktivität bei etwa 10 bis 15 Jahren, gegenüber 20 bis 25 Jahren bei einer Totalprothese.
Für Menschen unter 60 Jahren kann die Teilprothese eine sinnvolle Option sein, wenn konservative Behandlungen ausgeschöpft sind, die Lebensqualität sinkt und Kraft sowie Beweglichkeit abnehmen. Gelenkschonende Aktivitäten wie Golf, Schwimmen, Radfahren, Training im Fitnessstudio oder leichte Wanderungen können dazu beitragen, die Prothese möglichst lange zu erhalten. Eine angemessene körperliche Fitness bleibt wichtig, da die Teilprothese später möglicherweise durch eine Totalprothese ersetzt werden muss.
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